BLTC Press Titles


available for Kindle at Amazon.com


Alice's Adventures in Wonderland

Lewis Carroll


Knowledge of Higher Worlds and its Attainment

Rudolf Steiner


The Souls of Black Folk

W. E. B. DuBois


The Revolt of the Netherlands

Friedrich Schiller


Allgemeine Grundz├╝ge zur Wissenschaft

by Johann Erich von Berger

Excerpt:

. Was nun den gegenwärtigen Versuch selbst näher betrifft, so dürfte, weil sich die oben ausgesprochene Idee seit der Erscheinung des ersten Theils bestimmter ausgebildet hat, und (mit der tm Vorbericht angegebenen näheren Bestimmung) dem Ver-» folge des Werks nun zum Grunde liegt, eine gedrängte Wiederholung der früheren Untersuchungen aus der nun bestimmter gefaßten Idee des Ganzen hier zuvörderst wohl noch einen Platz finden, Sit wird den Vortheil gewähren. Einzelnes, was dort noch dunkel geblieben, aufzuhellen, und was zu unbestimmt gehalten worden, schärfer zu begrenzen, auch insbesondere das Verhältniß und den Unterschied der drei Hauptdiseiplinen der Wissenschaft Kenauer nachzuweisen. Denn allerdings ist die wahrhaft seyende oder lebendige Einheit nur in der bestimmten Vielheit ihrer Entwickelung anzuschauen. Wer die Harmonie erkannte, weis es, daß es mehr als nur Einen Ton und als Ein« Weise des Gesanges giebt, und daß jeder einzelne Ton nur in der reinen Ausammenstimmung, unh nur in der Bestimmtheit seiner Dauer und seiner Folge gültig sey. So ist die bestimnrte Vielheit nun eben so sehr zu preisen; als es die Einheit ist> Kur daß, wie sich diese entfalten und bews

gen, so auch jene sich gestalten und einigen Zoll.

Die Bestimmung nun der Logik, als einer all^ gemeinen cheoretischen oder ersten Philosophie (von welcher die gewöhnliche formale Logik nur einen Theil^ ausmacht) ist diese: dem Geiste ein erhöhtes unH deutliches Bewußtseyn seiner Thätigkeit in aller Er-, kenntniß überhaupt, und abgesehen vyn dem bestimmten Inhalt einerseits, und von dem Gefühl und Interesse andererseits, zu erwecken. Oder sie ist als die Darstellung der Selbstbesinnung des Geistes über das Wesen und das Gesetz seiner Erkenntniß zu fassen. Durch diese Allgemeinheit und Leidenschaftslosigkeit ihrer Untersuchungen darf sie auf den Namen und auf die Würde einer ersten Diseiplin mit Recht Anspruch machen. Es ist gut, daß mit ihr der Anfang gemacht werde, weil durch jenes: erkenne dich selbst, der Inhalt aller Philosophie und aller Betrachtung der Welt und des Menschen sogleich ausgesprochen ist. Durch, den ruhigen Blick nach Innen in der stillen Thätigkeit des Denkens hat der Geist die Kraft und die Ueberrinstimmung mit sich selbst zu gewinnen, durH welche er nun auch die verworrene Fülle der Aussenwelt deuten, und den Wechsel der Gefühle in per eigenen Seele bestimmen und massigen wird.

Wie nun aber gelangt der Geist dahin, daß er sein Denken uniz sein Erkennen selbst denke und Erkenne? Wie mag der Gedanke sich von dem Ins halt lossagen, der ohne sein Zuthun und sein Wissen ihn ursprünglich schon erfüllt hat? — Und wenn er es versucht, sein Vermögen der Er, kenntniß auszumessen, und dessen Formen und Gesetze zu bestimmen — wohl gar an Zahlen zu binden .-> wer oder was verbürgt ihm die Wahrheit dieser Ausmessung und Kritik selbst, die nun eine Erkenntniß wird, wie jede andre, also auch selbst wohl ihre Formen, ihre Gesetze und ihre Grenzen (?) haben müßte? — Der Geist scheint sich hier wie in einem Kreise zu bewegen, auch war der Inhalt in Wahrheit nicht beseitigt. Die Worte und Bilder, in denen die Frage ausgedrückt und erörtert ward, diese wenigstens waren aus der Fülle der Natur geschöpft. Wir blickten nach Innen, um das reine Wesen des denkenden Gristes zu erkennen; aber im innersten Innern, in der tiefsten Tiefe fanden wir die unendliche Weltbewegung wieder.

Somit wäre aber nun doch dieses gewonnen, daß wir erkennen: nur im Anschauen dieser nie zu tilgenden (inneren) Welt werden wir das Wesen des Anschauens selbst erfassen, und es srr) der Gedanke nirgends und nimmer ohne jenes, welches ihm — gegenüber steht. Und so hätte sich unsre erste Ahndung — von der Einheit und Integrität des Wissens in jedem Punkt — schal

t,n und bewahrt. Die logischen Gesetze beziehen sich auf die Natur im Geiste, oder sie sind Gesetze einer Natur (im weitesten Sinn des Worts), so wie wir die eigentlich so genannten Naturgesetze weiterhin umgekehrt, auch als logische (geistlge, ewige) werden setzen müssen. So ist die logische Betrachtung noch immer Betrachtung überhaupt, nur eine allgemeinere und im Inneren zusammengehaltene, durch welche das Selbstbewußtseyn des Geistes sich erhöht und läutert. Das Erkennen und Denken in reiner Leerheit oder Inhaltslosigkeit zu denken, hat uns nicht gelingen wollen, weil das Erkennen oder dessen Kraft eben Zein Ding ist, und weil nur die Dinge eigentlich erkennbar sind. Das Erkennende aber kann nicht selbst ein blos Erkanntes seyn, sondern es muß ewig das Erkennende bleib?n, und nur als solches, mithin als weiter erkennend, mag es gedacht werden. — Oder wollte man versuchen, das Nichts zu denken, und nun beobachten, wie das Denken solches zum Seyn hervorrufen und gestalten möge, so wäre ein solcher Versueh einestheils doch selbst nur aus der Fülle des schon vor. herwirkenden Seyns hervorgegangen, anderentheils aber würde er auch nichts anderes-zu Stande bringen, als eben wieder die schon daseyende Welt. Diese also war es, die man dachte, und nur aus Kr Eoneretion des Geistes und Derselben Welt kam jener kühne Gedanke selbst zur Wirklichkeit. Und daher steht auch dem System einer ursprünglichen Produetion der Welt durch den Gedanken überall ein anderes gegenüber, welches umgekehrt de n Gedanken selbst als das höchste Erzeugniß und Resultat der Weltkräfte anfieht. Beide sind aus derselben Weltanschauung entsprungen, und in beiden bleibt die Welterscheinung dieselbe. Welches auch d«s höhere und wahre seyn möge, das Erfülltseyn hes Gedankens und sein Zusammenhang mit der Natur muß in beiden Systemen zugegeben werden. Aus dieser Coneretion also ist die logische Untersuchung hervorgegangen. Von dem Sinnenwesen, welches er selbst ist, hat ,'ich noch kein Forscher zu befreien gewust; — «cnn er den tiefen Gedanken seiner Seele mittheilen will, muß er sich nach Aeichen und Bildern umsehen, oder den fliehenden Lufthauch zu beseelen wissen. — — Und so wird dieses wenigstens zu untersuchen seyn: wie das Bild oder das Wort den unsichtbaren Gedanken zu verkörpern vermöge? Bild und Wort aber ist schon Naturerscheinung, durch die Sinne empfieng zuerst die Seele den Ton, das Bild, die Vorstellung. So sehen wir unsere Logik oder erste Philosophie wie durch einen unwiderstehlichen Instinkt ihre Wurzeln hinaustreiben in den fruchte baren Boden der Naturerkenntniß, und wir werden uns hüten müssen, diese Wurzeln nicht voreilig zu zerstören, damit jene — erhabene Wissenschaft vom reine n Denken — nicht aus Mangel an gesunder Nahrung sofort wieder dahinschwinde, oder als leeres Wortspiel etwa gedankenlos forttöne. Denn wohl ge,wiß sind die Fragen nach dem Ursprung und der Fortbildung der Erkenntnisse von der höchsten Wichtigkeit, und viele und nicht ebe n stumpfsinnige Philosophen haben daher auch diese Untersuchungen mit Recht hervorgehoben. So könnte es nun umgekehrt gerathen scheinen, diese — anthropologisch-psyehologischen Erörterungen den eigentlich sogenannten logischen voranzuschicken. Denn es hat das Bewußtseyn, als ein endliches, werdenhetz, allerdings seine Geschichte. Die höheren Mächte desselben, der Verstand, die Vernunft, entwickeln sich aus der Thätigkeir untergeordnete? Prineipien, welche noch mit den Natur kräften verwachsen sind, und so bildet die psychische Anthropologie oder die Psychologie (die aber als Wik senschaft keine blos empirische seyn kann) ein Verbindungsglied zwischen der eigentlichen Naturwissenschaft und der Logik. 7« Hieraus geht nun als« wieder hervor, daß, weil alles evelisch in einander greift, der Anfangspunkt kein fester oder nothwenbig bestimmter sey. Er kann z B, als philosophische Grammatik gesetzt, oder die Wurzel kann weiter ^- bis in das Gehiet der Physiologie des MenLchen hinein — verfolgt werd/n, 'dß,h>nn nun der physische Standpunkt der erste seyn'wurde. Oder man könnte auch von der Idee der absoluten Freiheit und Selbstthätigkeit ausgehen, und die ganze Philosophie aus dem höchsten Gesetze des Geistes,welches seinem'inrieren Wesen'nach das theoretische und praktische zugleich ist, abzuleiten versuchen.—^ Das aber ist bei jeder Anordnung unerlaßlich: daß derZ^sammenhang nachgewiesen werde, damit schon im Eingange dem geistigen Vernehmer auch ein geistiges Ganze sich ankündige. .: i


... from the RetroRead library, using Google Book Search, and download any of the books already converted to Kindle format.

Browse the 100 most recent additions to the RetroRead library

Browse the library alphabetically by title

Make books:

Login or register to convert Google epubs to Kindle ebooks

username:

password:

Lost your password?

Not a member yet? Register here, and convert any Google epub you wish


Powerd by Calibre powered by calibre