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Das leben Jesu

by Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Excerpt:

Matth. X, 23. Luk. IX, 20. «Mehrere unter euch werden Zeugen sein, daß meine moralische Gotteslehre über die Staatsreligion des Judentums siegt.» — Matth. XIX, 28. Das Sitzen Jesu auf seinem majestätischen Thron drückt auch hier seine unsichtbare Herrschaft durch die Wahrheit und Göttlichkeit seiner Religion aus. Cf. Luk. XXII, 30, 69. Matth. XXVI, 63. «Freilich bin ich Christus, nur nicht der von euch erwartete Volksmessias, sondern nur der höhere moralische Christus, der eine neue Religion gestiftet hat, und der nun bald, zur Himmelsherrlichkeit erhoben, euch als Richter eurer Bosheit und Hartnäckigkeit erscheinen wird.»

Luk. IV, 4. Der Mensch braucht eben nicht irdische Güter zu einem glückseligen Leben; besser sind die geistigen Güter Weisheit und Tugend.

Hegel, Das Leben Jesu 1

Joh. I. Die reine, aller Schranken unfähige Vernunft ist die Gottheit selbst. Nach Vernunft ist also der Plan der Welt überhaupt geordnet. Oft ist sie zwar verfinstert, aber doch nie ganz ausgelöscht worden; selbst in der Finsternis hat sich immer ein schwacher Schimmer derselben erhalten.

Unter den Juden war es Johannes, der die Menschen wieder auf diese ihre Würde aufmerksam machte, die ihnen nichts Fremdes sein sollte, sondern die sie in ihrem wahren Selbst, nicht in der Abstammung, nicht in dem Triebe nach Glückseligkeit, nicht darin suchen sollten, Diener eines groß geachteten Mannes zu sein, sondern in der Ausbildung des göttlichen Funkens, der ihnen zuteil geworden ist, der ihnen das Zeugnis gibt, daß sie in einem erhabner n Sinn von der Gottheit selbst abstammen. Ausbildung der Vernunft ist die einzige Quelle der Wahrheit und der Beruhigung, die Johannes nicht etwa ausschließend oder als eine Seltenheit zu besitzen vorgab, sondern die alle Menschen in sich selbst aufschließen können. Mehr Verdienst aber um die Besserung der verdorbenen Maximen des Menschen und um die Erkenntnis der echten Moralität und der geläuterten Verehrung Gottes hat sich Christus erworben.

Der Ort, wo er geboren wurde, war ein Dorf Bethlehem in Judäa. Seine Eltern waren Joseph und Maria, (die sonst in Nazareth in Galiläa ansässig waren, aber nach Bethlehem, dem Stammort der Familie Josephs, reisen mußten, um sich dort in die Liste, die von der jüdischen Volksmenge im Befehl Augusts gemacht wurde, einschreiben zu lassen), wovon jener sein Geschlecht von David ableitete, nach Art derJuden, die viel auf Ahnentafeln hielten. Jesus wurde nach den jüdischen Gesetzen acht Tage nach seiner Geburt beschnitten (Luk. II, 21).

Von seiner Erziehung ist nichts bekannt, als daß er früh (Luk. II, 41) Spuren von einem nicht gemeinen Verstand und Interesse an religiösen Gegenständen genommen habe, wie ein Beispiel davon angeführt wird, daß er sich in seinem zwölften Jahre einst von seinen Eltern verlief, sie dadurch in großen Kummer setzte, aber von ihnen im Tempel zu Jerusalem unter Priestern gefunden wurde, die er durch die für sein Alter ungewöhnlichen Kenntnisse und Beurteilungsvermögen in Verwunderung setzte. Von seiner ferner n Bildung als Jüngling bis zu der Zeit, da er selbst als gebildeter Mann und Lehrer auftrat, von der ganzen so höchst merkwürdigen Entwicklungsperiode bis zum dreißigsten Jahre sind nur folgende Nachrichten auf uns gekommen, daß er (Luk. III, Matth. III) in Bekanntschaft mit dem obengenannten Johannes kam, der sich der Täufer nannte, weil er die Gewohnheit hatte, diejenigen, die seinen Aufruf, sich zu bessern, annahmen, zu taufen pflegte. Dieser Johannes fühlte den Beruf in sich, seine Landsleute auf höhere Werke, als bloßen Genuß, aufbessere Erwartungen, als die Wiederherstellung des ehemaligen Glanzes des jüdischen Reiches aufmerksam zu machen. Der Ort, wo er lehrte und sich aufhielt, war gewöhnlich eine abgelegene Gegend, seine sonstigen Bedürfnisse sehr einfach; sein Kleid bestand in einem kamelhärenen Mantel mit einem ledernen Gürtel, seine Speise in Heuschrecken, die in jenen Gegenden eßbar sind, und Honig von wilden Bienen. Von seiner Lehre ist im allgemeinen nur bekannt, daß er die Menschen zur Sinnesänderung, diese durch Taten zu beweisen aufrief, daß die Juden, die wegen ihrer Abkunft von Abraham derselben nicht bedürften, um der Gottheit wohlgefällig zu sein, im Irrtum seien; und wenn die, welche zu ihm kamen, Reue über ihre bisherige Ansicht zeigten, so taufte er sie, — eine symbolische Handlung, die nach der Ähnlichkeit des Abwaschens der Unreinlichkeiten auf die Ablegung einer verderbten Sinnesart hindeutete. So kam auch Jesus zu ihm, und ließ sich von ihm taufen. Doch scheint Johannes nicht eine Ehre darein gesetzt zu haben, Jünger zu haben, und sie an sich zu knüpfen, denn als er in Jesu die großen Anlagen entdeckte, die er in der Folge bewies, so bezeugte er ihm, daß er nicht nötig habe, getauft zu werden, und wies auch andere an, sich an Jesum zu wenden und von ihm sich belehren zu lassen, und bezeugte auch nachher (Joh. III, 27) seine Freude darüber, als er hörte, daß Jesus so viele Zuhörer finde, und so viele taufe; doch taufte er selbst nicht, sondern nur seine Freunde.


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