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Die Quellen der Arzneimittellehre

by Clotar Müller

Excerpt:

Arzneimittel und Heilmittel werden von der Mehrzahl unserer Pharmacologen, wiewohl mit Unrecht, als gleichbedeutend gebraucht, und darunter überhaupt alle jene Potenzen verstanden, welche, in Verkehr mit dem lebenden, kranken thierischen Körper gebracht, in diesem zur Wiederherstellung des Normalzustandes geeignete Processe einleiten können. Die Arzneimittel unterscheidet man einerseits von den Nahrungsmitteln und andrerseits wieder von den Giften.

Als Nahrungsmittel bezeichnet man diejenigen Stoffe, welche dem lebenden Körper ein unentbehrliches Bedürfniss sind, in Theile desselben umgewandelt und zu integrirenden Bestandtheilen werden. Sie ersetzen den Verlust, welchen der Körper durch den Stoffwechsel fort und fort erleidet. Sie aber sowie überhaupt alle zum normalen Bestande des Lebens nöthigen Bedingungen: LuftJ Licht, Elektricität, Bewegung u. s. w. werden Arzneimittel, wenn sie zu therapeutischen Zwecken benützt werden können.

Arzneimittel nennt man jene Stoffe, welche nicht zur Ernährung des Körpers dienen, nicht assimilirt werden können, weil sie in ihren Bestandtheilen eine grössere oder geringere Differenz vom Organismus zeigen, so dass sie ihm einverleibt eine lebhafte Reaction in ihm hervorrufen, die nicht eher nachlässt, als bis es ihm gelungen, die fremdartigen Elemente aus seinem Bereiche auszuscheiden. — Ist ihre Differenz vom lebenden Körper so mächtig, dass es seinem Selbsterhaltungsbestreben nicht oder nur äusserst schwierig gelingt, über ihre Einwirkung Sieger zu werden; so pflegt

man solche Stoffe als Gifte zu betrachten-, worunter man alles versteht, was im Stande ist die Lebensbedingungen aufzuheben, die Entfaltung der organischen Reaction niederzuhalten und zu ersticken und somit dem Organismus die Fähigkeit zu nehmen, sich zu behaupten und zu erhalten.

Zwischen Arzneimittel und Gift besteht also blos ein Unterschied in der Intensität ihrer Wirkung auf den thierischen Körper. Warum, fragen wir, hat man also die Arzneimittel von den Giften unterschieden, da sich zwischen ihnen kein wesentlicher Unterschied nachweisen lässt?

Damit haben wir nun in Kürze den herrschenden Begriff vom Arzneimittel angegeben. Welche Haltung und welche Richtschnur soll aber oder kann dieser der Arzneimittellehre geben? Fehlt doch darin das wesentliche Kennzeichen, das auch zugleich das charakteristische ist, wodurch sich jedes Arzneimittel bei seiner Einwirkung auf den lebenden thierischen Körper zu erkennen gibt und als Anhaltspunkt gelten muss in Fällen, in welchen es sich um die Entscheidung handelt, ob ein Stoff als Arzneimittel betrachtet und verwendet werden könne. Beispiele werden die Wichtigkeit unserer Bemerkung einleuchtend machen. Wenn Sachs vom Gebrauche des Arsenik, Schroff vom Gebrauche des Arsenik und Phosphor abrathen, und wenn Obsterlen (S. 4) meint, die Aerzte sollten „mehr und mehr dazu gebracht werden, an die Stelle der Arzneimittel, welche sehr leicht schädlich wirken und zu Gift werden köjinen, hygienische, diaetetische Heilmittel und vor Allem eine tüchtige Prophylaxis zu setzen" —; worin können diese so grossen und so folgenreichen Irrthümer anders als im mangelhaften Arzneibegriffe wurzeln? Wir werden nach der Darstellung dieses wesentlichen und charakteristischen Merkmales jeden dieser drei Fälle für sich betrachten.

Da sich jedes Arzneimittel bei seiner Einwirkung auf den thierischen Körper nur durch dieses Kennzeichen zu erkennen gibt, so können wir dieses auch nur aus seinem Verhalten zum thierischen Körper kennen lernen, sei er nun gesund oder sei er krank. Denn der lebende thierische Körper kann nur indem zweifachen Zustande, entweder im gesunden oder im kranken, mit dem Mittel in ein Verhältniss treten. Der Enderfolg des Verkehrs des Arzneimittels mit dem Körper ist aber in diesem zweifachen Zustande des letztern so auffallend verschieden, sich so entgegengesetzt, wie es Gesundheit und Krankheit gegen einander sind; so dass wir in dieser Beziehung Arzneimittel und Heilmittel nicht für gleichbedeutende Ausdrücke gelten lassen können. Conditio sine qua non ist es aber, dass der Stoff, soll er Arzneimittel, soll er Heilmittel sein, Veränderungen im Befinden und in den Vorgängen des lebenden thierischen Körpers hervorbringen müsse. Kann der Stoff in diesem keine Veränderung


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