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Esoteric Buddhism

A. P. Sinnett


Erklärung der schwierigern dialektischen Ausdrücke in Jeremias Gotthelfs (Albert Bitzius) gesammelten Schriften

by Albert von Rütte

Excerpt:

Ein Wetter saust daher, ein anderes stürmt ihm ent» gegen, ein drittes eilt dem ersten nach, durch einander zucken die Blitze, in einander rollen die Donner, rund um stürnrt der Sturm, aus eine Stelle gebannt tobt die Gewitterschlacht, die Donner verstummen nie, die Blitze erlöschen nie, zerborsten ist die ungeheure Wolkenschaar, Hagel schlägt nieder, Was'er» ströme ergießen sich, die Erde zittert, erschlagen liegen die Baume des Waldes, das Korn im Felde, im Sumpse der Schils und laut donnert die Fluth durch die Wiesen. Dn betet wiederum der Mensch, schaut nach der Hand, welche die Wolken zerreißt, die Sonne scheinen läßt, den Bogen der Gnade baut; aber die Hand kömmt nicht, die Wolken zer» reißen nicht, die Donner verstummen nicht, die Blitze erlöschen nicht, die Ströme versiegen nicht. Aus die Erde kniet das

Gewitter nieder, soltert mit Feuer, mit Wasser, mit Sturm die Erde, die drei sind eins geworden, wollen los werden der Erde, die sie nähren und kleiden sollten; und ermattet das Feuer, schweigt erschöpst der Sturm, die Wolken bleiben liegen aus'der Erde trüb und schwer und gießen ihre Fluthen über sie aus sonder Unterlaß. Und die Erde stöhnt, ihre Kräste gehen ans, ihre Früchte sind längst dahin, hoch aus spritzen die Wasser, und noch immer säumet das Gnadenzeichen, der schwarze Wolkenberg zerreißet nicht, will sich nicht randen: will wohl Gott der Erde Untergang?

So hat der bange Mensch schon ost gesragt, noch hat ihn Gott nicht gewollt.

Aber über dem Leben manches Menschen stand ein solches Gewitter und der Mensch ging unter. Das Gewitter stockte über ihm, schlug Schlag um Schlag aus ihn ein, schlug ihn nieder, legte aus ihn sich nieder, gönnte ihm keinen Augenblick mehr, solterte ihn in graulicher Gramesnncht und brach ihm das Herz, hemmte endlich des längst gebrochenen Herzens Schlag und wars ihn in Grabesnacht. So ging es manchem Menschen, der gegen solche Gewitterwuth keine Hülse wußte.

Ein solches Gewitter hatte zornig über mich sich gelagert, und der Tod war in mein Haus gebrochen einem gierigen Wolse gleich. Die Eltern hatte ich zu den Tobten gebettet, zu ihren Häupten legte sich mein Weib, rings um sie, ein Kranz weißer Todtenblumen, schliesen meine Kinder, welche die Mutter sich nach gezogen. Weiter hin ruhte mancher Freund, und die noch lebten, slohen mich einem Todten gleich. Meine Seele war in den Gräbern, wohin meine Sonne nie» hergegangen war; sür das Leben war mir der Sinn aus» gegangen und auch sür! die Lebendigen. In meinem Hause sand ich keine Ruhe, aber auch keinen Trost in den Gräbern, ich lebte ein Scheinleben, in seiner Schauerlichkeit ähnlich dem Scheintode.

So war bald ein Iahr vergangen, seit die letzte Blume

mir abgeblühet war, und noch waren meine Augen dunkel, noch keinen Sonnenblick hatten sie ausgesangen und mir ins Herz getragen. Unbemerkt glitten die Tage an mir vorbei, unbewußt regierten mich srühere Angewöhnungen; dumps lag der Schmerz über mir, kein Reiz regte mein Leben aus.

Der Winter war gekommen in ungewöhnlicher Milde, noch war das Gras grün in den Wiesen, Blumen blühten in den Baumgärten, an sonnigen Abhängen reisten Erdbeeren. Aus dem öden Hause lockte mich unwillkürlich die warme Sonne, lockte mich an den Gräbern vorbei ins F,'ld hinaus weiter und weiter. Fast war es, als ob die mildeweiche Wintersonne, wie leise Liebesworte, sich schmeichle bis ins Herz hinein. Der dumpse Schmerz ward zur wohl empsundenen Wehmuth; ein gebundener Quell löste seine Bande, drang durch die kalten steinernen Wände, die ihn umschlossen hielten rann mir wieder hinaus ins trockne Auge und volle schwere Tropsen, wie sie im Frühjahr sallen als Boten des wieder, gekehrten Lichtes, rieselten zum weichen warmen Boden nieder Liebesgrüße, Perlenschnüre, die ich den Meinen da unten sandte. Die da unten aber empsangen srendig die Boten, und es wurzeln die Perlen, blühen als köstliche Blumen empor, sunkelnde Diamauten tragend in ihren Kelchen, bringen Zeug» niffe, das Leben sei bei denen, um die wir weinen, bringen diamantne Proben aus dem wunderbaren Diamantenselde, das denen auswächst im ewigen Leben, die hier reine Thränen weinen, das als ewiger Schatz in himmlischer Alüthenpracht sie erwartet, wenn sie getreu bleiben bis ans Ende.


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