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Geschichte und Zustände der Deutschen in Amerika

by Franz von Löher

Excerpt:

nahm davon für die Krone von Portugal Besitz. Behaim hatte viele Inseln entdeckt, die neue Entdeckung konnte seinem Namen nicht viel mehr Ruhm zubringen. Er begnügte sich, die azorischen Inseln fruchtbringend, und andern Seefabrern die Untersuchung der westlicher liegenden möglich zu machen. Deßbalb gab er Karten über seine Entdeckungen heraus und bezeichnete sie auf seinen Erdkugeln. Er theilte sie auch dem Schwiegervater des Columbus mit, dem Bartolo Perestrella, und später auch dem Columbus und Magellan selbst. Columbus besuchte ihn auf Madeira und wurde dort erst durch Behaim und den Steuermann Alfonso Sanchez de Huelva von der Lage der westlichen Länder unterrichtet.

Im Iahre 1491 reisete Behaim nach Nürnberg und verfertigte in seiner Vaterstadt eine Erdkugel, welche als em Meisterstück damals allgemeine Bewunderung erregte und noch jetzt auf der Nürnberger Stadtbücherei aufbewahrt wird. Zwei Iahre später kehrte er nach Portugal und Faval zurück, machte in vertrauten Sendungen des Königs noch einige Reisen, auf welchen er einmal von den Engländern und ein andermal von Seeräubern gekapert wurde und sich fur hohe Summen auslösen mußte, besuchte noch mehrmal sein geliebtes Fayal, und starb 1506 in Lissabon, geehrt als der Freund und Geheimschreiber des Königs und berühmt als der große Seefahrer und Weltkundige, der Vater der westlichen Entdeckungen.

Als im vorigen Iahrhundert die Entdecknngögeschichten naher ausgemalt und der Ruhm, Amerika der Welt erschlossen zu haben, auf den Genuesen alle n gehäuft wurde, traten auch ein paar Deutsche auf, um das Recht ihres Landsmannes zu vertheidigen. Stuvens schrieb in Frankfurt l7i'i eine Abhandlung über den ersten Entdecker der neuen Welt, 2) und Otto in Neuyork richtete 1786 au Franklin eine Denkschrift, daß Behaim der Mann sei. 3) Die Amerikaner 4) wollen das aber keineswegs anerkennen, ebenso als sie fruher die Entdeckungen der Nordmänner hartnäckig bestritten, und in Deutschland selbst sind bei manchen die Zweifel noch nicht beseitigt. 5)

2) Ioh. Fried. Etuven» Dissertatio de vero neri orbie invenlore. Frantof. 1714. —Vgl, Casselii Dissert. philolog histor. de navig.Uio»ibu» fortuiti» in Amerieam ante Christ. Columbum f«li«. Magdeburg l742.

3) Abgedruckt in den Iransaetion« of che Ameriean phnosophieal Soeiety. 178«, II, No. 35.

4) Ätobertftn« History of the Diseov. and Settlem. of Amer New,»re l82g, 455.— Wash. Irving life and.Noyage« of Christ, T»tumbu». Newyort 1831, II. Appendir 2«7—270.

Die übereinstimmenden Nachrichten aus der ältesten Zeit begründen indessen Bebaims Verdienst. Schon sein wissenschaftlicher Ruhm, seine Bekanntschaft mit den Hansefahrern, seine Erfahrung zur See, im Handel und in der Besiedlung fremder Länder, so wie seine hohe Stellung im Rathe des für Entdeckungen am meisten unternehmenden Königs lassen unsern Behaim als einen Mann erscheinen, der ebenso geschickt war, die Fahrt von den Azoren nach Brasilien und wieder zurück glücklich zu vollenden, als er danach strebte, seinen Namen durch wissenschaftliche Arbeiten und durch die Vervollkommnung der ganzen Schiffahrt zu verewigen und nicht durch eine Entdeckung, der er nicht höheren Werth beilegte, als seiner Auffindung von Eongo und von andern Inseln im atlantischen Meere. Er war es aber, der zuerst eine Erdkugel verfertigte und auf dessen Beweise Columbus se.ne Ansichten von der Kugelgestalt der Erde und von der Sicherheit des geraden Seeweges nach Indien stützte. Auf der noch erhaltenen Erdkugel, welche Behaim schon in Nürnberg machte, als Columbus die Gestade von Westindien noch nicht erblickt hatte, erscheinen bereits die Menge der westlichen Inseln und die östlichen Küsten von Südamerika, welche man damals freilich sick' tbeils noch als Inseln theils als mit Ostindien zusammenhängend dachte. «) In der Nürnberger Weltchronik, welche die nächste Iabreszahl nach der Entdeckung Amerikas durch Columbus trägt, 7) beißt es nun: „Diese beiden (Bebaim und lZano) gelangten, unter drr Götter Gunst, als sie das mittägliche Meer durchfuhren und vom Ufer weit ab schweiften, nach Durchschneiden des Kreises der Tag-und Nachtgleiche in den andern Erdtheil, wo ihnen, als sie gegen Osten standen, der Schatten nach Mittag und zur Rechten fiel. Sie eröffneten also durch ihr Verdienst einen andern Erdtheil, der bis dabin uns unbekamtt war und lange Iahre von keinen als von den Genuesern, wenn gleich vergeblich, aufgesucht wurde." Diese Genueser waren die de Nolle, welche von Lissabon aussegelten und St. Iago entdeckten. Hätte der Verfasser jener Stelle in der Nurnberger


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