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The Bhagavad Gita

Anonymous


The Secret Doctrine, Volume I Cosmogenesis

H. P. Blavatsky


Vanity Fair

William Thackery


Mortal Coils

Aldous Huxley


Hegels theologische Jugendschriften

by Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Excerpt:

b) Wenn die Tugend kein Produkt der Lehre und des Geschwätzes ist, fondern eine Pflanze, die — obzwar mit gehöriger Pflege — doch aus eignem Trieb und eigner Kraft gebildet wird — fo verderben die vielerlei Künste, die man erfunden haben will, um Tugend wie in einem Treibhaus hervorzubringen und wo es gleichsam nicht soll sehlen können, mehr am Menschen, als wenn man ihn verwildern läßt') — Der religiöse öffentliche Unterricht bringt es seiner Natur nach mit sich, daß nicht nur der Verstand über die Jdee von Gott, unserem Verhältnis zu ihm aufgeklärt wird, fondern, daß man auch sucht, alle andern Pflichten aus den Verbindlichkeiten, die wir «gegen» Gott haben, abzuleiten — und uns jene desto eindringlicher zu machen, sie als desto bindender vorzuftellen — Allein diese Ableitung hat schon etwas Gesuchtes, etwas weit Hergeholtes, es ist eine Verbindung, wo bloß der Verstand den Zufammenhang einsieht — der oft sehr erkünstelt ist und wenigstens dem gemeinen Menschensinn nicht einleuchtet — und es ist gewöhnlich, je mehr Beweggründe man für eine Pflicht ansührt, desto kälter wird man gegen sie.

o) Der einzige wahre Trost im Leiden (für Schmerzen gibt es keinen Trost — denen ist nur Stärke der Seele entgegenzufetzen) ist Vertrauen auf die Vorsehung Gottes, alles andere ist leeres Geschwätz, das vom Herzen abgleitet.

Wie muß Volksreligion beschaffen sein? (Volksreligion ist hier objektiv genommen.)

«,) Jn Ansehung der objektiven Lehren
b) in Ansehung der Zeremonien.

H.. I. Jhre Lehren müssen auf der allgemeinen Vernunst gegründet sein.

II. Phantafie, Herz und Sinnlichkeit müssen dabei nicht leer aus« gehen.

III. Sie muß so beschaffen sein, daß sich alle Bedürfniffe des Lebens — die öffentlichen Staatshandlungen daran anschließen —

L. Was hat sie zu vermeiden?

Den Fetischglauben — worunter besonders auch der in unserem wortreichen Zeitalter häusig ist, daß man der Forderung der Vernunst durch

') Ros. S. 467 hat hier, vielleicht aus Bogen e, angefügt: Menschen, frühe in das tote Meer moralischen Geschwätzes getaucht, gehen zwar auch unverwundbar, wie Achilles, heraus, aber die menschliche Kraft ist auch darin ersäuft worden. —

Tiraden über Aufklärung u. dgl. Genüge geleistet zu haben glaubt — daß man sich über dogmatische Lehren ewig in den Haaren liegt und indessen weniger an sich oder andern etwas bessert.

I.

Die Lehren müssen notwendig, auch wenn ihre Autorität auf einer göttlichen Offenbarung beruht, so beschaffen sein, daß sie eigentlich durch die allgemeine Vernunst der Menschen autorisiert sind, daß ihre Verpflichtung jeder Mensch einsieht und fühlt, wenn er darauf aufmerksam geworden ist — denn außerdem daß solche Lehren, die entweder uns ein besonderes Mittel — Gottes Wohlgesallen zu erlangen anzugeben, oder sonst irgend besondere höhere Kenntnisse, nähere Aufschlüsse über unerreichbare Gegenstände und zwar zum Behuf der Vernunst, nicht bloß der Phantafie uns zu verschaffen versprechen — außerdem, daß sie früher oder später ein Gegenstand des Angriffs von denkenden Männern und ein Gegenstand des Streits werden, wobei immer das praktische Jnteresse verloren geht oder wegen des Streits genaue — intolerante Symbole aufgestellt werden — so werden sie gewiß, weil ihre Verknüpfung mit den wahren Bedürfnissen und Forderungen der Vernunst immer unnatürlich bleibt und sie, wenn dennoch diese Verbindung durch Gewohnheit ganz sest geworden ist, leicht zu Mißbräuchen Anlaß geben — niemals im Gesühl die Wichtigkeit eines reinen, echten, auf Moralität unmittelbar sich beziehenden praktischen Moments erlangen —


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