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Literaturgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts

by Hermann Hettner

Excerpt:

Vorwort.

Der dritte und letzte Theil meiner Literaturgeschichte des achtzehnten Jahrhunderts behandelt die deutsche Literatur in derselben Art und nach denselben Gesichtspunkten, wie der erste Theil die englische, der zweite Theil die französische Literatur behandelt hat.

Er zerfällt in drei Bücher. Das erste Buch schildert die deutschen Bildungszustände vom Ende des dreißigjährigen Krieges bis zur Thronbesteigung Friedrichs des Großen. Das zweite Buch schildert das Zeitalter Friedrichs des Großen ; das Streben und Wirken des deutschen Rationalismus und der Popularphilosophie, das Werden und Aufblühen der Dichtung und Kunst in Klopstock, Wieland, Lessing und Winckelmcmn. Pas dritte Buch schildert das klassische Zeitalter der deutschen Literatur; Kant, Goethe, Schiller und deren große Zeitgenossen.

Ich veröffentliche die einzelnen Bücher als einzelne Bände. Warum die gewaltige Stofffülle unnöthig durch räumliche Rücksichten beengen?

Dresden, 9. Mai 1862.

Hermann Hettner.

Ginleitung.

Rückblick auf die deutsche Bildung des sechszehnten und siebzehnten Jahrhunderts.

Lessing sagt in einer seiner unvergleichlichen theologischen Streitschriften: »Luther, Du hast uns von dem Ioch der Tradition erlöst; wer erlöst uns von dem unerträglicheren Ioch des Buchstabens?«

Und eine andere berühmte Stelle Lessing's in den Literaturbriefen lautet: «Es wäre zu wünschen, daß sich Herr Gottsched niemals mit dem Theater vermengt hätte; seine vermeintlichen Verbesserungen betreffen entweder entbehrliche Kleinigkeiten oder sind wahre Verschlimmerungen. Er wollte nicht sowohl unser altes Theater verbessern, als Schöpfer eines ganz neuen sein. Und was für eines neuen? Eines französirenden; ohne zu unterscheiden, ob dieses französirende Theater der deutschen Denkungsart angemessen sei oder nicht. Er hätte aus unseren alten dramatischen Stücken, welche er vertrieb, hinlänglich absehen können, daß wir mehr in den Geschmack der Engländer als der Franzosen einschlagen.« »

Mit diesen Sätzen ist der Kern und die treibende Kraft der großen deutschen Geisteskämpfe des achtzehnten Iahrhunderts treffend bezeichnet.

Hettner, Liteiatmgeschichte III, I. , l

Wissenschaftlich ist das achtzehnte Iahrhundert das Zeitalter der deutschen Aufklärung, die Befreiung vom Buchstaben oder, um mit Kant zu reden, 'der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit; künstlerisch ist es die Erstrebung einer eigenen selbständigen Kunst und Dichtung, die Eroberung eines idealen und doch volksthümlichen Stils, dessen Verwirklichung sich zuerst in Lessing und sodann in seiner höchsten Vollendung in der schönen und freien Dichtung Goethe's und Schiller's darstellt.

Es ist daher, wenigstens für Deutschland, ein durchaus richtiger Ausdruck, wenn man das achtzehnte Iahrhundert die bewußte Wiederaufnahme und Fortbildung der in der Mitte des sechszehnten Iahrhunderts gewaltthätig und vorzeitig abgebrochenen großen Reformationsideen genannt hat.

Iene jähe Verkümmerung, welche die deutsche Reformation bald nach ihrem ersten ruhmvollen Aufschwung erlitten hatte, ist eine der traurigsten Wendungen der an traurigen Wechselfällen so reichen deutschen Geschichte. Wie mächtig und leuchtend war für Deutschland ein neuer Tag aufgegangen, und wie schnell und kläglich waren alle schönsten Hoffnungen gescheitert! Es enthüllt sich eine tiefe weltgeschichtliche Tragödie, wenn nach dem Zeugniß Melanchthon's (lüorp. Reform. IV, 881) Luther kurz vor seinem Tode den Wunsch aussprach, daß seine Familie ihn nicht lange überleben möge; »denn er sehe eine so endlose Verwirrung Deutschlands voraus, daß für brave Leute und ordentliche Studien ferner kein Raum sei.« Deutschland, das durch seine welterlösende That so eben noch ganz Europa erschüttert und geläutert hatte, versank rasch und unaufhaltsam, und ward nicht blos in seiner politischen Machtstellung, sondern auch in seiner geistigen Bildung die Beute und der Hohn der Fremden.


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