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Theory of Colours

Johann Wolfgang von Goethe


The Characters of Theophrastus

Theophrastus


The Worm Ouroboros

E. R. Eddison


The Count of Monte Cristo

Alexandre Dumas


Mozart nach den Schilderungen seiner Zeitgenossen

by Ludwig Nohl

Excerpt:

* Statt dessen nannte sich Mozart auch Amadeus, und später unterschreibt er stets: „Wolfgang Amade Mcaart".

Nohl, Mozart. l

Der Mensch mit wunderähnlichen Gaben und Fertigkeiten von der Natur beschenkt, ist selten ein allgemeines Muster für Andere. Sowie seine Vollkommenheiten uns übrigen unerreichbar sind, so können auch seine Fehler nicht zu unserer Entschuldigung gereichen—

Aber unbeschreiblich schätzbar und wichtig bleibt ungeachtet dessen dennoch das Andenken jener Menschen mit seltnen Kräften und Anlagen zu einzelnen Fertigkeiten. Sie sind Phänomene, die man anstaunt und deren treue Abbildungen der Forscher der Menschennatur als unschätzbare Kabinetsstücke ansieht, zu denen er oft zurückkehrt, um an ihnen den unbegrenzten Umfang des menschlichen Geistes zu bewundern. Zu ihnen gehört Mozart, ein Wunder von Anlagen und von früher Entwicklung derselben: man würde das was von ihm erzählt wird, kaum glauben können, wenn er nicht unser Zeitgenosse gewesen wäre, und wenn diese erstaunenerregenden Züge nicht von so vielen Menschen bestätigt würden".

Und nun folgen zunächst kurze biographische Nachrichten, die um so werthvoller sind, als sie aus allernächster Quelle, von Mozarts hinterbliebener Schwester, Marianne, Freyin zu Sonnenburg herrührten. Es heisst hier also:

„Der genaue Zusammenhang, der zwischen den Schicksalen Mozarts mit denen seines Vaters stattfindet, erfordert eine Erwähnung des Letzteren. Leopold Mozart war eines Buchbinders Sohn aus Augsburg, studirte aber in Salzburg und kam 1743 in die fürstliche Kapelle (des Fürst-Erzbischofs von Salzburg). Im Jahre 1762 wurde er Vice-Kapellmeister. Er beschäftigte sich neben seinem Dienst am Hof und in der Metropolitankirche mit Unterweisung auf der Violine und mit Componiren. Er gab 1756 den Versuch einer gründlichen Violinschule heraus, die im Jahre 1770 die zweite Auflage erlebte. Er war mit Anna Maria Pertlin (von St. Gilgen) verheirathet, und es ist ein Umstand, der für den genauen Beobachter nicht ohne Bedeutung sein kann, zu wissen, dass diese Aeltern des für die Harmonien so ausgezeichnet glücklich organisirten Künstlers zu ihrer Zeit für das schönste Ehepaar in Salzburg galten.

Von sieben Kindern aus dieser Ehe war ihnen nur eine Tochter Maria Anna und dieser Sohn (Wolfgang Amadeus), geboren zu Salzburg den 27. Januar 1756, am Leben geblieben. Der Vater gab daher die Unterweisung auf der Violine und das Componiren ganz auf, um alle von seinem Dienste freie Zeit auf die musikalische Erziehung dieser zwei Kinder zu wenden. Die Tochter, die (vier Jahre) älter als der.Sohn war, entsprach der väterlichen Unterweisung so gut, dass sie in der Folge bei den Reisen der Familie die Bewunderung, die man dem Sohn zollte, durch ihre Geschicklichkeit theilte . . .

Der Sohn Mozart war damals etwa drei Jahre alt, als der Vater seine siebenjährige Tochter auf dem Klavier zu unterweisen anfing. Der Knabe zeigte schon da sein ausserordentliches Talent. Er unterhielt sich oft lange beim Klavier mit Zusammensuchen der Terzen, welche er dann immer anstimmte und seine Freude darüber bezeigte, diese Harmonie aufgefunden zu haben.

Im vierten Jahre seines Alters fing sein Vater gleichsam spielend an, ihn einige Menuets und andere Stücke auf dem Klavier zu lehren, eine Sache, die dem Lehrer ebenso leicht wurde als dem Lehrling. Zu einem Menuet brauchte er eine halbe Stunde, um es zu lernen und es dann mit der vollkommensten Nettigkeit und dem festesten Tacte zu spielen. Von nun ab machte er solche Fortschritte, dass er in seinem fünften Jahre schon kleine Stücke componirte, die er seinem Vater vorspielte und von diesem zu Papiere bringen liess".

Das Notenheft, in welches der Papa diese ersten Stücke des Kleinen schrieb, war das gleiche, aus dem derselbe die Menuets spielte. Das älteste derselben stammt aus dem Jahre 1762. Das Heft selbst befindet sich heute im Mozarteum zu Salzburg. Die bei Schlichtegroll weiter folgenden Notizen über das Wunderhafte dieser künstlerischen Begabung wie über Mozarts Art und Weise als Kind aber sind Auszüge aus einem Briefe, den wir im Original besitzen und daher nach seinem ganzen ebenso einfach treuherzigen wie sinnig gemüthvollen Inhalt wiederzugeben vermögen.


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