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Novalis Including Hymns to the Night

Novalis, George MacDonald, Thomas Carlyle


Tao Te Ching

Lao Tzu, James Legge (trans.)


Leaves of Grass

Walt Whitman


The Pictorial Key to the Tarot

Arthur Edward Waite


Faust

by Johann Wolfgang von Goethe

Excerpt:

Ich weiß, wie man den Geist des Volks versöhnt,

Doch so verlegen. bin ich nie gewesen;

Zwar sind sie an das Beste nicht gewöhnt,

Allein sie haben schrecklich viel gelesen.

Wie machen wir's, daß alles frisch und neu

Und mit Bedeutung auch gefällig sev?

Denn freilich mag ich gern die Menge sehen,

Wenn sich der Strom nach unsrer Bude drängt,

Und mit gewaltig wiederholten Wehen

Sich durch die enge Gnadenpforte zwängt,

Bei hellem Tage, schon vor Vieren,

Mit Stößen sich bis an die Kasse sicht,

Und wie in Hungersnoth um Brot an Bäckerthüren,

Um ein Billet sich fast die Hälse bricht.

Dieß Wunder wirkt auf so verfchiedne Leute

Der Dichter nur; mein Freund, o, thu' es heute!

Dichter.

O sprich mir nicht von jener bunten Menge,
Bei deren Anblick uns der Geist entflieht.
Verhülle mir das wogende Gedränge,
Das wider Willen uns zum Strudel zieht.
Nein, führe mich zur stillen Himmelsenge,
Wo nur dem Dichter reine Freude blüht;
Wo Lieb' und Freundschaft unsres Herzens Segen
Mit Götterhand erschaffen und erPflegen.

Ach! was in tiefer Brust uns da entsprungen,
Was sich die Lippe schüchtern vorgelallt,

Mißratben jetzt und jetzt vielleicht gelungen,
Verschlingt des wilden Augenblicks Gewalt.
Oft, wenn es erst durch Iahre durchgedrungen,
Erscheint es in vollendeter Gestalt.
Was glänzt, ist für den Augenblick geboren;
Das Süchte bleibt der Nachwelt unverloren.

Lustige Person.

Wenu ich nur nichts von Nachwelt hören sollte!

Gesetzt, daß ich von Nachwelt reden wollte,

Wer machte denn der Mitwelt Spaß?

Ten will sie doch und soll ihn haben.

Tie Gegenwart von einem braven Knaben

Ist, dacht' ich, immer auch schon was.

Wer sich behaglich mitzutheilen weiß,

Ten wird des Volkes Laune nicht erbittern;

Er wünscht sich einen großen Kreis,

Um ihn gewisser zu erschüttern.

Trum sevd nur brav und zeigt euch musterhast;

Laßt Phantasie, mit allen ihren Ehören,

Vernunft, Verstand, Empsindung, Leidenschast,

Doch, merkt euch wohl! nicht ohne Narrheit hören!

flirrrIo i.

Besonders aber laßt genug geschehn!

Man kommt zu schau'n, man will am liebsten sehn.

Wird vieles vor den Augen abgesponnen,

So daß die Menge staunend gaffen kann,

Da habt ihr in der Breite gleich gewonnen,

Ihr seyd ein vielgeliebter Mann.

Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen;

Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.
Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen ,
Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.
Gebt ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken!
Solch ein Ragout, es muß euch glücken;
Leicht ist es vorgelegt, so leicht als ausgedacht.
Was hilft's, wenn ihr ein Ganzes dargebracht!
Das Publieum wird es euch doch zerpflücken.

Dichter.

Ihr fühlet nicht, wie schlecht ein solches Handwerk sey!

Wie wenig das dem achten Künstler zieme!

Der saubern Herren Psuscherei

Ist, merk' ich, schon bei euch Maxime.

D i r r r t o r.

Ein solcher Vorwurs läßt mich ungekränkt;

Ein Mann, der recht zu wirken denkt,

Muß auf das beste Werkzeug halten.

Bedenkt, ihr habet weiches Holz zu spalten,

Und seht nur hin, für wen ihr schreibt!

Wenn diesen Langeweile treibt,

Kommt jener satt vom übertischten Mahle,

Und, was das Allerschlimmste bleibt,

Gar mancher kommt vom Lesen der Iournale.

Man eilt zerstreut zu uns, wie zu den Maskenfesten,

Und Neugier nur beflügelt jeden Schritt;


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